Bandfoto Stage Bottles

Stage Bottles

Die Stage Bottles wurden 1993 gegründet. Die anfängliche Besetzung rekrutierte sich allein aus dem engsten Freundeskreis der antifaschistischen Skinhead-Szene. Zu dieser Zeit entbrannte ein harter Kampf in der Öffentlichkeit zwischen der sich als „original“ bezeichnenden Skinhead-Szene gegen die Nazi-Skinhead-Szene, um die ursprüngliche, nicht neonazistisch ausgerichtete Skinhead-Bewegung zu retten bzw. wieder aufleben zu lassen. In diesen Dienst stellten sich die Stage Bottles gerne.  Zunächst war es die aktive Unterstützung und Beteiligung an SHARP (Skinheads Against Racial Prejudice), dazu kamen dann auch noch politischere Veranstaltungen der Ende der 90er Jahre gegründeten Skinhead-Gruppe RASH (Red And Anarchist Skinheads).

Es gab diverse Besetzungswechsel, die überwiegend durch familiäre oder berufliche Veränderungen bei einzelnen Bandmitgliedern notwendig wurden. So haben wir z.B. auf jedem bisher erschienenen Album jeweils einen anderen Schlagzeuger. Der Weggang von Sängerin Manu im Jahr 1999 ist sicherlich einer der einschneidensten Besetzungswechsel in der Geschichte der Band gewesen, da die weibliche Stimme neben dem Einsatz des Saxophons von den Hörern als sehr charakteristisch wahrgenommen wurde. Das Saxophon, eigentlich aufgrund von Ermanglung eines Solo-Gitarristen bereits schon im Frühstadium der Band eingesetzt, ist immer noch ein starkes Charakteristikum der Band, dass auch jene überzeugt, die das Saxophon bei anderen Bands eigentlich als „zum Punkrock nicht passend“ empfinden.

Innerhalb der letzten 21 Jahre erschienen 7 Alben, 4 /-Inches, eine Live-LP, eine Best-Of-CD (2003) sowie 3 Split-Singles mit Los Fastidios, Scrapy und No Respect. Zudem gab es viele, teils exklusive, Samplerbeiträge. Die engste Zusammenarbeit bezüglich der Veröffentlichungen fand bisher mit dem Label Knock-Out-Records und dem aktuellen Label Mad-Butcher-Records statt.

Die Stage Bottles haben bereits mehrere hundert Konzerte nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern Europas sowie Kanada und Russland gegeben.

Grundlegende Themen der Texte sind der Aufruf zum aktiven Antifaschismus, eine gesellschaftskritische und anti-kapitalistische Haltung, eine ausgeprägte Affinität zum Fußball und dessen subkultureller Ausprägungen der Fans auf den Rängen sowie Themen, die allgemein im Alltag begegnen. Die Verarbeitung dieser Themen erfolgt auf oft für den Punk-Rock nicht konventionelle und sehr offene Art und Weise.

Die Stage Bottles spielen seit jeher auf vielen unter einem klar antifaschistischen, oder anders lautendem links-orientierten Motto laufenden Konzerten. Der Bezug zur Antifa ist eng.  Zum anderen gelang es den Stage Bottles über die Jahre hinweg auch, eine nicht unwesentliche Anzahl von Personen davon zu überzeugen, ihren subkulturellen Lebensweg nicht mehr in der Neo-Nazi-Szene, sondern in einem gesünderen, antifaschistisch geprägten Umfeld auszuleben.

Aufgrund des eigenen politischen Anspruchs  steht der kommerzielle Erfolg für die Band nicht im Vordergrund.

Auch in der Fußball-, insbesondere der Ultra-Szene, haben die Stage Bottles mit ihrer klaren Positionierung einen großen Einfluss und werden regelmäßig zu Veranstaltungen durch diese Gruppierungen zu vielen Orten in Deutschland bzw. Europa eingeladen. Einige Mitglieder der Band waren und sind selbst auf unterschiedlichste Weise in der Fußball-Szene aktiv.

Der Musikstil ist am besten als melodiös-aggressiver Punkrock, der sich stark am Stil und an der musikalischen Flexibilität des klassischen englischen Streetpunks in all seinen Facetten orientiert, zu bezeichnen.

Der Titel des Songs « Sometimes anti-social – but always anti-fascist » entwickelte sich über die Jahre seit 1999 zu einem weltweit gebrauchten Slogan aktiver AntifaschstInnen. Er findet sich z.B. auf der Rückseite der Tribüne der Gegengerade des FC St.Pauli als professionell von den Fans gepinselte Wandmalerei wieder.

Der Song „Dead but not forgiven“ – Ausdruck der Erleichterung über das Ableben des bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Sängers der Neo-Nazi-Band „Skrewdriver“ – provozierte vor allem Anfang der 90er Jahre mehrere teils sehr handfeste Konflikte insbesondere mit der mittlerweile verbotenen Neo-Nazi-Organisation „Blood and Honour“. Diese „Bedrohung“ durch militante Rechtsextreme ist immer wieder aktuell, wird aber durch das starke Umfeld der Band und wehrhafte Veranstalter und selbstbewusstes Publikum immer wieder erfolgreich abgewehrt. Diverse Bombendrohungen bzw. Morddrohungen stellten sich bisher immer als Finten, die glücklicherweise dementsprechend nicht umgesetzt wurden, heraus.

Die Stage Bottles fanden auch in verschiedener Art und Weise ihren Platz in Kino-Produktionen: Im Soundrack von „Green Street 2“ wurde der Song « Sometimes anti-social – but always anti-fascist » verwendet. In den Dokumentationen „Skinheads“ (1995) und „Skinhead Attitude“ (2005) wurden Bandmitglieder interviewt und Live-Mitschnitte von Konzerten der Stage Bottles gezeigt. In dem Film „Gegengeraden“ (u.a. mit Mario Adorf und Moritz Bleibtreu) wurden 3 Songs der Band für den Soundtrack verwendet.

Die größten „Hits“ der Stage Bottles sind Songs wie „Sometimes Anti-Social – but always Anti-fascist“ „Hooligan“, „Solidarity“ (Cover-Version von den Angelic Upstarts), „Russia“, „All you need is hate“, „Too young to die“, „Come together“, “One world one crew”, “Itchy Life” und Einige mehr.

Trotz vieler Besetzungswechsel haben die Stage Bottles sich sowohl ihren einzigartigen musikalischen, als auch textlichen Charakter erhalten. Dies wird von einer mittlerweile großen Anhängerschaft sehr geschätzt.

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Website: http://www.stagebottles.de

Facebook: https://www.facebook.com/pages/Stage-Bottles/126910924051913